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Arbeitsgemeinschaft historischer Nahverkehr Düsseldorf e. V.

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4. Juni 2012 – Erster modernisierter GT8SU vorgestellt

3234

Tw 3234 wurde als erster modernisierter GT8SU fertiggestellt. Neu auf Rheinbahngleisen ist die hellgraue Lackierung mit roten Kontrastflächen, die an die Farbgebung der Niederflurserien angelehnt ist.

Die Rheinbahn verfügt über einen Einsatzbestand von 32 GT8SU-Triebwagen. Diese Fahrzeuge werden auf den Stadtbahnlinien U75 und (teilweise) U77 eingesetzt, können darüber hinaus aber nahezu das gesamte Straßenbahnnetz befahren. Nun wurde begonnen, diese GT8SU-Flotte „aufzufrischen“.

In der Typenbezeichnung steht das „U“ für „Umbau“. Die ab 1973 beschafften GT8S der Rheinbahn waren von Anfang an als Stadtbahnen konzipiert, mussten für den Einsatz auf Tunnelstrecken und den Halt an Hochbahnsteigen aber noch angepasst werden. Anfang der 1980er Jahre erhielt ein Teil der GT8S deshalb Zugsicherungselektronik und Klapptrittstufen. Zum deutlichen Unterscheidungsmerkmal wurde dabei die asymmetrische Wagenfront, damit alle Türen vollständig in der Geraden liegen konnten.

3234

Der Innenraum ist heller geworden: Fußböden und Seitenverkleidungen sind nun grau, ebenfalls ausgetauscht wurde die Bestuhlung.

Von 1986 bis 1989 folgte der Einbau einer neuen Zugsicherungstechnik in die GT8SU, denn in Düsseldorf (und Duisburg) war inzwischen die „Linienzugbeeinflussung“ (LZB) zum Standard geworden. Die Zuglenkung erfolgt dabei rechnergesteuert, die Stadtbahnzüge fahren im Tunnelbereich und auf ausgewählten Oberflächenstrecken im Prinzip automatisch. Ab dem Jahr 2017 steht der Ersatz der LZB an: Die älteren Stadtbahnen – darunter die GT8SU – sollen dann gleichzeitig von Neufahrzeugen abgelöst werden, um einen weiteren Umbau auf die neue Technik zu vermeiden (umgekehrt müssen die Neuwagen dadurch nicht aufwändig mit einer auslaufenden Sicherungstechnik ausgerüstet werden).

3234

Technisches Detail am A-Kopf: Die umgebaute Kupplung mit geändertem E-Aufsatz. Die mechanische Kupplung ist (hinter der Verkleidung) unverändert geblieben, neu sind die Steckaufsätze für die elektrische Verbindung.

Die 32 GT8SU werden also länger als vorgesehen im Dienst stehen. Zur Substanzerhaltung und um nötige Modernisierungen vornehmen zu können, werden die Fahrzeuge bei der Fa. FWM in Hennigsdorf bei Berlin grundlegend überholt. Folgende Arbeiten werden im Rahmen einer erweiterten Hauptuntersuchung durchgeführt:

  • Instandsetzung der Wagenkästen,
  • Instandsetzung der Drehgestelle (erfolgt durch Rheinbahn),
  • Erneuerung des Innenausbaus (neue Böden, neue Seitenverkleidungen, neue Bestuhlung),
  • Teilerneuerung der Dachverkabelung,
  • Einbau einer Brandmeldeanlage,
  • an den beiden Türen im Mittelteil (C-Teil) Ausbau der Mittelstangen, dadurch besserer Zugang für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste, Kinderwagen usw.
  • jeweils an A-Köpfen werden die Kupplungen umgestaltet: Der elektrische Aufsatz wird durch neue Steckverbindungen ersetzt, um einen störungsfreien Betrieb zu gewährleisten. Weil das Kuppeln und Entkuppeln dadurch nicht mehr selbsttätig möglich ist, werden die GT8SU zukünftig als feste „Pärchen“ eingesetzt. Die Kupplungen an den „außen liegenden“ B-Köpfen werden nicht verändert und bleiben auch voll funktionsfähig, sie werden für den Regelbetrieb aber nicht mehr benötigt.
  • Einbau neuer Fahrersitze in den Fahrerkabinen der B-Köpfe und weitere kleinere Veränderungen an den Bediengeräten,
  • auffälligste Neuerung ist die hellgrau/rote Außenlackierung der modernisierten GT8SU. Die Wagen sollen sich so optisch dem silbernen Niederflurwagenpark annähern.

Das Modernisierungsprogramm für alle 32 Triebwagen ist mit 10,5 Mio. EUR veranschlagt. Bis 2013 soll die gesamte Serie in der überarbeiteten Version zur Verfügung stehen, die Wagen sollen für eine Dauer von bis zu acht weiteren Jahren im Einsatz sein.

Als erstes überarbeitetes Fahrzeug ist der Tw 3234 Mitte April wieder zurück zur Rheinbahn gekommen. Nach erfolgter Inbetriebsetzung wurde das Fahrzeug heute in der Schleife Polizeipräsidium der Presse vorgestellt. Zur Gegenüberstellung „neu“ und „alt“ wurde auch der Tw 3215 gezeigt.

3215+3234

Am B-Kopf sind die Scharfenbergkupplungen mit oben liegenden E-Teilen unverändert geblieben. Für den regulären Betrieb werden die Wagen an diesen Seiten nicht mehr gekuppelt, die Kupplungen bleiben aber weiter in Funktion. Es besteht so die Möglichkeit, eine „gemischte“ Traktion aus bekannten und modernisierten GT8SU zu bilden (Tw 3215 + 3234).

In den nächsten Tagen wird der Tw 3234 in den Liniendienst gelangen. Da er bis auf weiteres noch ein Einzelstück ist, wird der Wagen vorerst im Berufsverkehr auf der Linie 719 zum Einsatz kommen. Einsätze als Doppeltraktion auf den Tunnellinien werden folgen, wenn ein kompletter Zugverband zur Verfügung steht. 

(ve)

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1896 wurde die Rheinische Bahngesellschaft im linksrheinischen Stadtteil Oberkassel gegründet und nahm dort ihren Betrieb auf. In diesen Tagen verlässt die Hauptverwaltung diesen traditionsreichen Standort und zieht mit 385 Mitarbeitern in einen Neubau im Gewerbegebiet Lierenfeld in unmittelbare Nachbarschaft zum dortigen Betriebshof.

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