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Arbeitsgemeinschaft historischer Nahverkehr Düsseldorf e. V.

News

23. April 2013 – Das Gleisnetz wächst.

Neue Gleise
Am Bilker Bahnhof sieht es aus, als könne der Betrieb auf der Wehrhahnlinie schon bald beginnen. Oberleitungen und die weitere technische Ausstattung fehlen allerdings noch und die Bahnsteige in der Tunnelrampe sind vorerst nur zu erahnen. Ebenso steht auch der Innenausbau der Tunnelstationen noch aus.

Seit der Inbetriebnahme des Oberbilker Stadtbahntunnels im Juni 2002 und der (Wieder-) Eröffnung der Straßenbahnstrecke Auf der Hardt – Gerresheim Krankenhaus im September des gleichen Jahres hat es keine neuen Streckenabschnitte mehr im Schienennetz der Rheinbahn gegeben. Nunmehr sind drei Netzausbauten in Sicht, an zwei Stellen sind bereits die ersten neuen Gleise zu erkennen.

Wehrhahnlinie

Ende Oktober 2015 soll die Wehrhahnlinie eröffnet werden. Nachdem die Tunnelabschnitte Bilker Bahnhof – Benrather Straße und Königsallee – Wehrhahn im Rohbau fertiggestellt sind, arbeiten die Tunnelbauer derzeit am unterirdischen Lückenschluss in der Innenstadt. In den 1980er Jahren waren beim Bau des U-Bahnhofs Heinrich-Heine-Allee als Vorleistung für die Wehrhahnlinie bereits ein Zugangsbauwerk und ein kurzes Tunnelstück mit angelegt worden, das jetzt mit den beiden bergmännisch aufgefahrenen Röhren verbunden wird.

Auf dem Südabschnitt der Wehrhahnlinie haben unterdessen die Innenausbauten begonnen. Bis zur Benrather Straße wurde Schotter eingebracht und beide Richtungsgleise sowie mehrere Gleiswechsel verlegt. Die neuen Gleise reichen bis an die seit längerem vorhandenen Bauweichen am Bilker Bahnhof heran, so dass seit wenigen Wochen bereits eine Verbindung vom übrigen Rheinbahnnetz in den Tunnel besteht. Die ersten Schienenfahrzeuge im Untergrund sind zunächst aber nur Bagger und Loren, mit denen vom Bilker Bahnhof aus das Material in den Tunnel transportiert wurde und wird. Als nächstes Folgen im Südabschnitt der Innenausbau der Stationen und die technische Ausstattung.

Neubaustrecke Medienhafen

Seit längerem kündigt sich die kurze Neubaustraße Franziusstraße – Kesselstraße am südlichen Ende des Medienhafens an. Die eigentliche Trasse ist schon seit letztem Jahr vorbereitet und deren Verlauf gut zu erkennen. In Zusammenhang mit Straßenbauarbeiten im Bereich der Speditionstraße liegen hier seit dem letzten Sommer auch die ersten Meter neuer Gleise für die „Hafenbahn“, die direkt mit in den Asphalt verlegt wurden. Im April haben nun die Bauarbeiten für die Gesamtstrecke begonnen.

Neue Gleise
Blick entlang der „Hafenbahn“ auf die zukünftige Endschleife an der Kesselstraße. Links im Hintergrund ist der Bogen der Hammer Eisenbahnbrücke zu erkennen, geradeaus und rechts beginnt die typische Bebauung des verbliebenen Industriehafens.
Blick entlang der Franziusstraße in Richtung der gleichnamigen Haltestelle (im Hintergrund in Höhe der Bebauung). In der Mitte die zukünftige Trasse der „Hafenbahn“, im Vordergrund und rechts zahlreiche Gleisstapel.
Neue Gleise

Die neue Straßenbahnstrecke wird an der Hst. Franziusstraße von der bestehenden Strecke nach Hamm (heutige Linie 708) abzweigen. Auf unabhängigem Bahnkörper geht es entlang der Franziusstraße bis zur Kreuzung mit der Speditionstraße, von hier in einem Links- und einem Rechtsbogen weiter bis zur Hst. Kesselstraße, wo eine großzügige Wendeschleife entstehen wird. Die gesamte Strecke hat eine Länge von rund 500 Metern. Im Umfeld der neuen Strecke lagern seit mehreren Wochen zahlreiche Stapel mit vormontieren Gleisjochen. Seit dem offiziellen Baustart am 8. April sind inzwischen Leistungsverlegungen und Vorbereitungen des Unterbaus im Gang. Eine Fertigstellung ist für das Jahresende vorgesehen, dann soll zunächst (bis zur Eröffnung der Wehrhahnlinie) die Linie 704 hier verkehren, die an der Bilker Kirche den bereits im Jahr 2010 eingebauten Abzweig benutzen wird (siehe). Ab 2015 soll dann die Linie 707 zur Kesselstraße fahren.

 Kleines Detail am Rande: In unmittelbarer Nachbarschaft der neuen „Hafenbahn“ liegen bis heute Schienen der früheren „Hafeneisenbahn“. Das Hafenviertel ist in diesem Bereich zum angesagten Szene- und Vergnügungsbereich geworden und über die alten Schienen werden längst keine Güterwagen mehr verschoben. Aber alte Lagerhäuser (mit neuen Nutzungen), Hafenbecken und die eigens erhaltenen Güterschienen geben dem Bereich einen Industriecharakter, der Gäste und Arbeitskräfte anzieht. Mit der neuen Straßenbahnstrecke gibt es demnächst hier auch wieder aktive Schienen!

Neue Gleise
Bereits im letzten Sommer war die Speditionstraße neu angelegt worden, dabei wurden im Bereich der Fahrbahnen am Ende der Franziusstraße die ersten Gleisbögen für die neue Straßenbahnstrecke mit eingebaut.
Als der Medienhafen noch ein Güterhafen war, hatten Gleisanschlüsse eine besondere Bedeutung. Güter werden am ehemaligen Handelshafen zwar nicht mehr umgeschlagen, die Gleise sorgen aber bis heute für Hafenflair.
Neue Gleise Neue Gleise
An der Hst. Franziusstraße wird die neue Strecke zur Kesselstraße genau in Blickrichtung abzweigen. Der aus Hamm kommende Tw 2146 biegt in die Gladbacher Straße in Richtung Bilker Kirche ein.

Verlängerung in Rath zum ISS Dome

Wegen nicht abgeschlossener Grundstücksankäufe befindet sich die seit Jahren geplante Neubaustrecke vom Rather S-Bahnhof über ISS Dome zur Endstelle „Am Hülserhof“ noch in der „Warteschleife“, Pressemeldung stellen aber einen baldigen Baustart in Aussicht. In Zusammenhang mit dem vierspurigen Ausbau der Theodorstraße (zusammen mit dem Neubau des ISS Dome, der 2006 eröffnet wurde) ist die neue Trasse über weite Abschnitte vorbereitet und auch schon gut erkennbar, einzig die Gleise lassen noch auf sich warten.   Nach Fertigstellung dieser Verlängerungen werden hier die Linien 701 bzw. U71 verkehren. Neben dem ISS Dome erhalten dann auch die inzwischen hier angesiedelten zahlreichen Gewerbebetriebe einen guten Nahverkehrsanschluss.

Neue Gleise
Das heutige Ausziehgleis der Wendeschleife Rath (ehemals Teil der früher hier vorhandenen zwei Beiwagen-Abstellgleise) liegt im Bereich der geplanten Straßenbahnstrecke zum ISS Dome.
In der Theodorstraße ist die neue Straßenbahnstrecke bereits berücksichtigt und die Streckenführung u.a. durch die Lage der Verkehrsinseln gut erkennbar. Die Gleistrasse wird heute in einer Fahrtrichtung von Omnibussen benutzt, mit denen bislang die Andienung des ISS Domes erfolgt (Haltestelle in Straßenmitte direkt vor der Veranstaltungshalle).
Neue Gleise

(ve)

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