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Arbeitsgemeinschaft historischer Nahverkehr Düsseldorf e. V.

News

30. April 2014 – Neuer Schienenschleif-Beiwagen

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Schleifbeiwagen 5341 (Vossloh Rail-Services „HSG-city“) in voller Größe. Am Bug sind Scheinwerfer vorhanden für den geschobenen Einsatz, was bei der Rheinbahn jedoch nicht durchgeführt werden soll. Anfangs war für kurze Zeit die Wagennummer 9980 aus dem Nummernkreis der Kraftfahrzeug-Anhänger vergeben.

Ohne Schleifen geht es nicht. Ob Eisenbahn, U-Bahn, Stadtbahn oder Straßenbahn: Ein ruhiger Lauf bleibt bei Schienenfahrzeugen nur erhalten, wenn Schiene und Rad regelmäßig nachbearbeitet werden, damit absolut glatte Oberflächen vorhanden sind. Unwuchten im Rad oder Unebenheiten (Riffel) in der Schiene führen zu Erschütterungen, Geräuschentwicklungen und Verschleiß.

Bis 2008 hatte die Rheinbahn einen vierachsigen Schienenschleiftriebwagen im Einsatz, der im gesamten Gleisnetz – immerhin rund 350 Kilometer – für einen guten Schliff gesorgt hat. Danach wurden die Schienen nur noch bedarfsgerecht manuell geschliffen, was jedoch zu keinem zufriedenstellenden Gesamtergebnis führte. Nun hat die Rheinbahn wieder ein Spezialfahrzeug zum Schleifen Ihrer Schienen angeschafft, das heute im Rahmen des „Tag gegen Lärm“ der Deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA) im Btf. Lierenfeld vorgestellt wurde.

High Speed Grinding auch im Nahverkehr

Bei Vollbahnen ist das „High Speed Grinding“ (HSG, Hochgeschwindigkeits-Schleifen) eine seit Jahren anerkannte Technologie, die von Vossloh Rail-Services angeboten wird. Schräg zur Schiene stehende Schleifsteine werden dabei durch die Längsbewegung in Rotation versetzt, wodurch sich ein Schliff der Schienenoberfläche ergibt. Im Eisenbahnbereich sind Arbeitsgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h möglich, was den Vorteil hat, dass die Schleifarbeiten vielfach ohne Störungen zwischen dem normalen Zugverkehr durchgeführt werden können.

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Blick auf die Schleifeinheit in abgesenkter (Arbeits-) Stellung. Die auf der Schiene stehenden Schleifsteine sind wegen des Absaugrahmens nicht zu erkennen. An der Oberkante des Schleifblocks sind aber die zwölf weiteren Schleifsteine zu sehen, die nach Abnutzung der „ersten Reihe“ eingeschwenkt werden können.

Erstmals wird jetzt das „High Speed Grinding“ für den städtischen Nahverkehr adaptiert. Vossloh Rail-Services hat ein einzelnes Schleifmodul mit je zwölf Schleifsteinen pro Schiene und dazugehöriger Absaugvorrichtung für Staub und Funken in einen Arbeitsbeiwagen integriert für den Einsatz auf Straßen- oder U-Bahn-Netzen. Das Schleifgerät „HSG-city“ (Länge rund 6 Meter, Gewicht etwa 10 Tonnen) kann mit einer Arbeitsgeschwindigkeit von bis zu 60 km/h eingesetzt werden und durch eine doppelte Ausführung der Schleifsteine – die „zweite Reihe“ mit jeweils zwölf weiteren Schleifsteinen kann einfach eingeschwenkt werden – kann pro Arbeitsschicht eine Strecke von 15 bis 20 Kilometer geschliffen werden.

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Schliffbild des „HSG-city“ nach mehrmaliger Befahrung. Das feine „Kreuzmuster“ ergibt sich durch die unterschiedliche Schrägstellung der passiv rotierenden Schleifsteine.

Das Schleifgerät arbeitet autark mit einem Dieselmotor für das Heben und Anpressen der Schleifvorrichtung, für die Absaugung und das Bewässern des Schleifvorganges. Das Gerät ist aber nicht selbständig fahrfähig, sondern für den Einsatz zusammen mit einem Zug- oder Schubfahrzeug vorgesehen. Vom Triebfahrzeug aus erfolgt auch die Fernsteuerung der einzelnen Funktionen.

Premiere bei der Rheinbahn

Als erstes Verkehrsunternehmen übernimmt die Rheinbahn das „High Speed Grinding“ für ihr Gleisnetz. Das „Pilotfahrzeug“ des „HSG-city“ wurde im März an die Rheinbahn ausgeliefert, die das Fahrzeug als Arbeitsbeiwagen 5341 in ihren Fuhrpark eingereiht hat. Derzeit erfolgt das Abnahmeverfahren durch die technische Aufsichtsbehörde.

In Düsseldorf wird das Schleifgerät im Schlepp des Zweiwegeunimogs 9854 eingesetzt. Auf dem Unimog arbeitet neben dem Fahrer jeweils ein zweiter Mann zur Bedienung des Schleifgerätes. Unter anderem müssen – wie bei konventionellen Schleifwagen mit Rutschersteinen – an Weichen und Kreuzungen die Schleifsteine angehoben werden, um Beschädigungen zu vermeiden.

Der Hersteller Vossloh Rail-Service fertigt aktuell ein zweites „HSG-city“, mit dem Schienenschleifen als Dienstleistung angeboten werden soll.

Tag gegen Lärm

Der neue Schienenschleifwagen wurde im Btf. Lierenfeld innerhalb des „Tag gegen Lärm“ offiziell vorgestellt und vorgeführt. Bei der Veranstaltung wurde übergreifend das Thema Lärmreduzierung und Auswirkungen von Lärm von Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Forschung diskutiert, u. a. mit Landesverkehrsminister Michael Groschek.

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Vorstellung des neuen Rheinbahn-Schienenschleifwagens beim „Tag gegen Lärm“ im Beisein von NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (links). Rechts daneben Rheinbahnvorstand Klaus Klar, Marcel Taubert (Geschäftsführer Vossloh Rail-Services) und Martin Volkenrath (Vorsitzender des Ordnungs- und Verkehrsausschusses der Stadt Düsseldorf).

Die Rheinbahn hat dabei auch ihre weiteren Vorhaben vorgestellt, die sie zur Lärmreduzierung bei ihren Straßenbahnen einsetzen wird. Insbesondere geht es dabei um bedarfsgerechtes und rechtzeitiges Abschleifen der Räder durch regelmäßige Ermittlung des Radzustandes:

  • Radrauhigkeits-Messanlage (bei Überfahrt wird durch Schwingungsaufnehmer die Rauhigkeit der Radlaufflächen ermittelt und eine ggf. notwendige Radreifenbearbeitung angezeigt),
  • Radprofil-Messanlage (bei Überfahrt wird durch Kamera- und Lasereinheiten das Profil der Räder überwacht und eine ggf. notwendige Nachbearbeitung angezeigt).

Beide Anlagen werden in diesem Jahr im Btf. Lierenfeld installiert und in Betrieb genommen, wodurch es möglich sein wird, die Radsätze der Niederflurwagen in einem für die Laufruhe optimalen Zustand zu halten.

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Der neue „Schleifzug“ der Rheinbahn aus LKW 9854 und Schleifbeiwagen 5341 in vollem Einsatz. Bei genauem Hinsehen ist im Bereich der Schleifsteine leichter Funkenflug erkennbar.
Rückansicht des Schleifgespannes. Ein Einsatz des „HSG-city“ wäre auch zusammen mit einem „normalen“ Straßenbahntriebwagen möglich.
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(ve)

Aktuell

15. Oktober

25 Jahre "Linie D" war Grund genug, den historischen Rheinbahn-Betriebshof Am Steinberg für Besucher zu öffnen. Von 11:00 Uhr bis 17:00 Uhr waren die Tore geöffnet. Ungewöhnlich: Nicht die ausgestellten historischen Fahrzeuge oder der Zubringerverkehr mit fünf Oldtimerzügen standen zuerst im Vordergrund des Interesses. Sie wurden von vielen Besuchern erst einmal "links liegengelassen".

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Neu im Shop

<Linie D> Ausgabe 2.2017

 

"Linie D" wurde 1992 vor 25 Jahren gegründet. Aus diesem Anlass beschäftigt sich die neue Ausgabe u. a. mit Themen rund um den Verein. Selbstverständlich berichten wir auch wieder Interessantes über den aktuellen und historischen Nahverkehr in der Region Düsseldorf.

Aus dem Inhalt:

"Linie D" wird 25!
25 Jahre Begeisterung für den Nahverkehr;
Der Steinberg - Ein Industriedenkmal mit Zukunft;
Flexen, Spachteln, Lackieren

Aktuell:
Neue Leichtbaubusse bei der Rheinbahn
Die Rheinbahn in Daten

Nahverkehrsgeschichte der Region:
80 Jahre Rheinbahnbetrieb im "Mettmanner Netz" (Teil 2)

"Linie D" aktuell:
Abschiedsfahrt O 350 MÜ
Ein Besuch in Bremen

ÖPNV international:
Daugavpils

3,00 EUR

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zur Bestellung: redaktion@linied.net

Düsseldorfer Verkehrsgeschichte - Historische Busse und Bahnen in Düsseldorf

<Linie D>, Ausgabe 1.2015

2010 erschien unter dem Titel "Historische Straßenbahnen in Düsseldorf" erstmalig unsere Zusammenstellung der in Düsseldorf erhaltenen historischen Bahnen. Diese Broschüre wurde nun aktualisiert und um einen Busteil ergänzt:

In Düsseldorf gibt es eine große Anzahl von historischen Straßenbahnen, die überwiegend betriebsfähig sind. Aber auch Oldtimer-Busse vom Büssing-"Schauzenbus" bis zum MAN S 80 repräsentieren die Verkehrsgeschichte in der Landeshauptstadt. Insgesamt sieben historische Busse sind jetzt mit einer kurzen Textbeschreibung, technischen Daten und einem Bild in die Broschüre neu aufgenommen worden.

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"Linie D" setzt sich für die Erhaltung des historischen Betriebshofs Am Steinberg als Mobilitätszentrum und als Standort für die historischen Düsseldorfer Bahnen ein.

Weitere Informationen auch unter
www.am-steinberg.com