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Arbeitsgemeinschaft historischer Nahverkehr Düsseldorf e. V.

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26. September 2014 – Rheinbahn erprobt wieder Batteriebusse.

Batteriebusse
Die beiden neuen Solaris/Vossloh Kiepe-Batteriebusse 9072 und 9071 der Rheinbahn am 26. September 2014 auf dem Btf. Benrath.

Von 1975 bis 1988 hat die Rheinbahn in einer viel beachteten Langzeiterprobung bis zu 22 Batterieelektrobusse vom Btf. Benrath aus eingesetzt. Unterstützt vom Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT) und der Gesellschaft für Elektrischen Stadtverkehr (GES) wurden damals alltagstaugliche Elektrobusse entwickelt und über die Jahre verschiedene Nachladekonzepte angewandt. Charakteristisch waren dabei die einachsigen Batterieanhänger, die die Busse hinter sich herschleppten.

Seitdem sind über 25 Jahre vergangen und die technische Entwicklung ist nicht stehengeblieben. Weniger unter dem Eindruck der Ölkrise, die in den 1970er Jahren der elektrischen Mobilität einen Vorschub brachte, sondern eher unter Umweltaspekten hat sich in den letzten Jahren zudem wieder ein Augenmerk auf elektrisch angetriebene Linienbusse gerichtet. Die Rheinbahn hat in diesem Kontext jetzt zwei Batterieelektrobusse „Urbino 12 electric“ von Solaris in Dienst gestellt, um sie im Alltagsbetrieb zu testen. Die elektrische Ausrüstung und der Antrieb stammen vom Düsseldorfer Hersteller Vossloh Kiepe, der als Schienenfahrzeug- und Obusausrüster beste Erfahrungen auf diesem Gebiet vorweisen kann.

Batteriebusse
Türaufnahme des Elektrobusses 9071. Von außen (und innen) wirken die Fahrzeuge weitgehend wie ganz „normale“ Linienbusse. Leider nicht wiedergegeben werden kann im Bild die fast geräuschlose Fahrweise der Busse. Die Aufschrift an der Dachkante weist darauf hin, dass der Wagen 9071 der 10.000ste Solarisbus ist.

Die beiden neuen Batteriebusse 9071 und 9072 greifen das Betriebskonzept der ersten Rheinbahn-Elektrobusse auf: Wiederkehrende Nachladungen während der Pausenzeiten erweitern die Reichweite. Anstelle von 150 Kilometern, die die Busse unter Berücksichtigung aller Nebenverbraucher und der Bremsenergie-Rückspeisung mit einer Batterieladung absolvieren könnten, ermöglichen die Zwischenladungen einen ganztägigen Linieneinsatz. Nachts erfolgt dann jeweils eine sechsstündige Vollladung der Batterien. Und auch der Linieneinsatz wurde übertragen, denn die beiden neuen Elektrobusse werden wieder vom Btf. Benrath aus auf den Rundlinien 778/779 in Benrath und Garath eingesetzt. Großer Vorteil der Rundlinie ist dabei, dass es nur eine gemeinsame Endstelle am Benrather S-Bahnhof gibt, die Nachladeeinrichtungen also nicht doppelt errichtet werden müssen.

Die technische Ausstattung der heutigen Batteriebusse hat freilich nur noch wenig mit den Fahrzeugen von vor fast 40 Jahren gemein. Die Lithium-Ionen-Batterien (210 Kilowattstunden, Nennspannung 660 Volt) sind im Fahrzeugheck angeordnet, wo sich bei einem Dieselbus der Motor befindet. Ein eigener Batterieanhänger ist somit nicht mehr notwendig. Der Elektromotor mit einer Leistung von 160 Kilowatt liegt unter einem Podest links vor der Hinterachse (gegenüber der Mitteltür) und die moderne Leistungselektronik wurde in mehreren Containern auf dem Fahrzeugdach untergebracht.

Batteriebusse
Die Batterien sind im Heck angeordnet, dort wo sich bei einem Dieselbus der Motor befindet. Für den wesentlich kleineren Elektromotor reicht ein Einbauplatz unter einem Podest in der Mitte des Fahrzeugs.

Außen und innen unterscheidet sich der Batteriebus nur in wenigen Punkten von einem Dieselbus. Die Gesamthöhe ist mit 3,25 Metern wegen der Dachaufbauten größer als gewohnt und im Heck entfällt aufgrund der Batterien die durchgehende Rückbank, weshalb die Sitzplatzzahl insgesamt etwas geringer ausfällt. Größte Neuerung ist die fast lautlose Fahrweise: Innen sind praktisch nur Lüftung und Klimaanlage wahrzunehmen, von außen ist nur das Rollgeräusch des Busses zu hören! Motor und Elektronik arbeiten so leise, dass sie nicht auffallen. Zusätzliche Neuheit für die Busfahrer ist eine Bedienung fast ausschließlich über Touchscreens. Nur für die beiden Türen sind noch herkömmlich Drucktaster vorhanden.

Batteriebusse
Innen entfällt wegen der Batterien die letzte Sitzreihe, weshalb die Batteriebusse nur über 32 Sitzplätze (und zwei Klappsitze) verfügen. Gangbreite und Stehhöhe sind aber unverändert gegenüber einem Dieselbus.

Auf dem Btf. Benrath wurden zwei Ladestationen für die Batteriebusse errichtet und am Busbahnhof am Benrather S-Bahnhof eine weitere Ladeeinrichtung für die Zwischenladungen. Das eigentliche Nachladen erfolgt über eine manuell einzusteckende Kabelverbindung.

Batteriebusse
Bei der Pressevorstellung präsentieren Rheinbahnvorstand Klaus Klar (rechts) und Projektleiter Carsten Meuser vom Competenzcenter Fahrzeuge der Rheinbahn die neuen Elektrobusse. Links ist eine der Ladestationen erkennbar, Carsten Meuser hält außerdem die „Strom-Zapfpistole“ in Händen.

Der Linienverkehr mit den beiden neuen Fahrzeugen soll am Montag, dem 29. September, aufgenommen werden.

Eine ausführliche Vorstellung der neuen Rheinbahn-Batteriebusse erscheint in Kürze in der nächsten Ausgabe der Vereinszeitung der „Linie D“.

(ve)

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