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Arbeitsgemeinschaft historischer Nahverkehr Düsseldorf e. V.

News

26. Oktober 2014 – Historische Herbstausfahrt

Holzwagen
Parade der „Holzwagen“ in der Schleife Kesselstraße: Links der Sechsfensterzug 954 + 858 von 1928/29, rechts daneben der kürzere Fünffensterzug 583 + 797 von 1921/25.

Die „Linie D“ unternimmt heute eine herbstliche Zeitreise mit den vier historischen Personentrieb- und -beiwagen mit Holzaufbau. Diese Fahrzeuge aus den 1920er Jahren stellen aufgrund ihres Alters und ihrer Bauart eine besondere Rarität dar.

Der Ausflug beginnt mit einem parallelen Einsatz der Fünf- und Sechsfensterwagen in zwei stilreinen Zügen (Tw 583 + Bw 797 und Tw 954 + Bw 858). Ziel ist die Anfang 2014 eröffnete Neubaustrecke zur Schleife Kesselstraße, wo sich die ältesten Rheinbahn-Oldtimer im starken Kontrast zur modernen Bebauung des Düsseldorfer Medienhafens zeigen. In der zweigleisigen Wendeschleife ergibt sich außerdem die seltene Gelegenheit für eine Gegenüberstellung beider Garnituren. Anschließend wird ein Dreiwagenzug aus Tw 954 + Bw 858 + Bw 797 gebildet, mit dem die Fahrt nach Ratingen und zum Gleisdreieck nach Hamm führt.

Holzwagen
Am Nachmittag fuhr der Dreiwagenzug 954 + 858 + 797 u.a. nach Hamm. Im dortigen Gleisdreieck setzt die Garnitur soeben im Ausziehgleis um und wird gleich neben den Damm der Hammer Eisenbahnbrücke zurücksetzen.

Die ersten „Fünffensterwagen“ wurden 1909 an die Städtische Straßenbahn geliefert. Zu diesem Zeitpunkt war die Pferdebahn noch keine zehn Jahre abgelöst, der vorhandene erste elektrische Fuhrpark konnte den wachsenden Mobilitätsbedarf aber nicht mehr abdecken: Das Straßenbahnnetz wuchs zusammen mit der Stadt Düsseldorf in atemberaubendem Tempo, immer neue Stadtteile bildeten sich (oder wurden eingemeindet) und es entstanden zahlreiche neue Arbeitsplätze. Neue Straßenbahnen waren erforderlich.

Die neuen Bahnen stellten die Düsseldorfer Waggonfabriken Weyer bzw. Schöndorff her. Neu waren geschlossene Plattformen und erstmals gab es getrennte Ein- und Ausstiege am Heck. Die Fahrgestelle waren schwere Metallkonstruktionen, während die Wagenkästen – wie seinerzeit üblich – aus Holz gefertigt wurden. Die Fahrzeuge bewährten sich sehr gut und so wurden sie über einen langen Zeitraum von der Städtischen Straßenbahn und nach deren Übernahme auch von der Rheinbahn in außergewöhnlich hohen Stückzahlen beschafft. Bis 1926 gelangten 216 Trieb- und 231 Beiwagen in der Ausführung mit fünf Seitenfenstern (daher „Fünffensterwagen“) in Dienst. Von 1927 bis 1929 folgten noch 54 Trieb- und 60 Beiwagen in etwas längerer Ausführung mit sechs Seitenfenstern (entsprechend „Sechsfensterwagen“, davon vier Triebwagen anfangs als Doppel- bzw. Zwillingswagen). Die „Holzwagen“ sind damit heute nicht nur die ältesten Fahrzeuge im historischen Fuhrpark der Rheinbahn, die stammen auch aus der größten Düsseldorfer Baureihe.

Holzwagen
Auch innen sind die „Holzwagen“ eine Augenweide, wenngleich die Zeit ihre Spuren hinterlassen hat.
Feinmechanik aus den 1920er Jahren: Grobstufiger Fahrschalter mit Messingplatte und weitere Bedienelemente im Tw 954.
Holzwagen

Die Bahnen entsprachen dem damaligen Stand der Technik und sie waren komfortabel und gediegen ausgestattet. Gepolsterte Ledersitze, Messingbeschläge, Holztäfelungen und reichlich Zierrat waren Ausdruck des damaligen Geschmacks (heute würde man vielleicht „Zeitgeist“ sagen). Vieles erscheint heute verspielt und eher schön als zweckmäßig, genau das spiegelt aber für viele die „gute alte Zeit“ wider und macht sie anschaulich.

Dienstende für die Holzwagen war überwiegend in den 1960er Jahren. Zwei Garnituren sind glücklicherweise als historische Wagen betriebsfähig erhalten geblieben, und so können bis heute je ein Fünf- und ein Sechsfensterzug (Tw 583 + Bw 797 sowie Tw 954 + Bw 858) noch „wie aus einer anderen Zeit“ durch die Stadt fahren. Diese Wagen stammen aus den Jahren 1921 bis 1928, sie befinden sich damit in einem Alter, das deutlich über dem menschlichem Durchschnittsalter liegt! Die Wagen stehen deshalb nur bei ausgewählten Anlässen im Einsatz, zumal die weitgehend ursprüngliche Technik, die Holzwagenkästen und die gesamte Ausstattung der Wagen eine besondere Pflege erfordern.

Holzwagen
Tw 583 wurde für die Sonderfahrt eigens vom linksrheinischen Btf. Heerdt auf die rechte Rheinseite zum Btf. Lierenfeld gefahren. Am 23. Oktober steht er zusammen mit dem ex-Neusser Triebwagen 17 zur Überführung bereit. Der Neusser Wagen stammt aus dem Jahr 1926 und erhielt nach einem Kriegsschaden 1948 einen modernen Stahlwagenkasten mit Schiebetüren.

(ve)

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10. April

1896 wurde die Rheinische Bahngesellschaft im linksrheinischen Stadtteil Oberkassel gegründet und nahm dort ihren Betrieb auf. In diesen Tagen verlässt die Hauptverwaltung diesen traditionsreichen Standort und zieht mit 385 Mitarbeitern in einen Neubau im Gewerbegebiet Lierenfeld in unmittelbare Nachbarschaft zum dortigen Betriebshof.

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