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Arbeitsgemeinschaft historischer Nahverkehr Düsseldorf e. V.

News

12. Juni 2014 – Orkanschäden bei der Rheinbahn

Orkan
Der Triebwagen 2117 musste am Abend des 9. Juni seine Fahrt auf der Linie 706 an der Haltestelle Schumannstraße beenden. Im Hintergrund bilden umgestürzte Bäume und Äste in der Lindemannstraße eine „grüne Wand“, die einen Betrieb hier für mehrere Tage unmöglich machte (Aufnahme am 10. Juni).

Pfingstmontag (9. Juni 2014) tobten in Nordrhein-Westfalen schwere Unwetter. Besonders schwer getroffen wurde dabei auch das Betriebsgebiet der Rheinbahn: Am Abend richtete ein Orkan mit Windgeschwindigkeiten von über 140 km/h, Starkregen und Gewittern innerhalb von anderthalb Stunden schwerste Verwüstungen in Düsseldorf und der Umgebung an. Leider waren auch Tote und Verletzte zu beklagen.

Der gesamte Nahverkehr kam wegen umgestürzter Bäume und heruntergerissener Oberleitungen zum Erliegen. Etliche Straßen- und Stadtbahnen blieben im Streckennetz stehen, an eine Rückfahrt in die Betriebshöfe war nicht mehr zu denken. Auch der Busverkehr musste eingestellt werden, weil die Straßen blockiert oder nicht mehr sicher befahrbar waren. Nur auf den unterirdischen Stadtbahnabschnitten in der Düsseldorfer Innenstadt verkehrten noch Bahnen.

Orkan
Ein ähnliches Bild in der Kalkumer Straße in Unterrath: Kurz vor der Haltestelle Elsässer Straße liegt ein Baum auf der Oberleitung, Tw 3302 der Linie 707 stand bis zur Räumung auf freier Strecke (10. Juni).

Noch in der Nacht begannen die Bergungs- und Aufräumarbeiten, das volle Ausmaß der Schäden war dann aber erst am nächsten Morgen im Hellen zu sehen: Kaum eine Straße zeigte sich ohne umgestürzte Bäume, fast alle Schienenstrecken an der Oberflächen waren vorerst nicht befahrbar. Nach Angaben der Rheinbahn hatte bisher kein Unwetter solche schwerwiegenden Schäden am Streckennetz verursacht.

Am Morgen nach dem Orkan konnte zunächst nur ein „Notnetz“ auf den Kernabschnitten der Stadtbahnlinien eingerichtet werden, wobei oberirdisch lediglich die Strecken nach Eller, Holthausen bzw. Benrath und zum Luegplatz bedient werden konnten. Die Buslinien fuhren – soweit es die Straßenverhältnisse zuließen – schon wieder wie gewohnt. Ab dem Mittag verkehrten auch die ersten Straßenbahnen zwischen Hauptbahnhof und Südfriedhof.

Orkan
Am 11. Juni 2014 verkehrte eine Ringlinie „703/709“, die von der Schleife Staufenplatz ausgehend einen gegenläufigen Rundkurs durch die Innenstadt herstellte. Das Bild zeigt die beiden Fahrtrichtungen: Links startet Tw 2022 als Linie E703 seine Fahrt zum Graf-Adolf-Platz und rechts steht Tw 3357 als Linie E709 ebenfalls zum Graf-Adolf-Platz.
Zwischen Meerbusch, Haus Meer und Krefeld fahren Omnibusse der Stadtwerke Krefeld im Ersatzverkehr für die Linie U76 (10. Juni).
Orkan

Alle Einsatzkräfte waren buchstäblich pausenlos im Einsatz. Ebenso waren alle verfügbaren Techniker der Rheinbahn ohne Unterbrechung dabei, Oberleitungen instand zu setzen und die liegengebliebenen Züge zu bergen. Mit dem Fortschreiten der Aufräumungsarbeiten konnten so zügig weitere Schienenstrecken wieder freigegeben werden, wobei sich teilweise auch ungewohnte Linienführungen ergaben. Am 11. Juni verkehrte vorübergehend eine Ringlinie „703/709“ Staufenplatz – Wehrhahn – Jan-Wellem-Platz – Heinrich-Heine-Allee – Graf-Adolf-Platz – Hauptbahnhof – Flingern – Staufenplatz (in beiden Richtungen), ab heute kommen weitere Straßen- und Stadtbahnstrecken insbesondere in den südlichen Stadteilen hinzu. Auf mehreren Abschnitten wurden und werden auch Ersatzbusse eingesetzt. Die Beseitigung der immensen Schäden und die Wiederinbetriebnahme aller Strecken werden noch weitere Kraftanstrengungen erfordern und einige Zeit benötigen. Schritt für Schritt kommt mit den Straßenbahnen aber immer mehr Normalität zurück in die Stadt.

Orkan
Stellvertretend für die Ausmaße des Orkans am Abend des Pfingstmontag ein Bild der Güterzugstrecke Eller – Rath kurz vor dem Staufenplatztunnel am 11. Juni: Die Rampe ist mit umgestürzten Bäumen „gefüllt“, die Oberleitung heruntergerissen. Neben den Rheinbahnstrecken waren in Düsseldorf auch alle Trassen der Bahn AG blockiert, der gesamte Nah- und Fernverkehr musste ruhen.
Ein „Nebeneffekt“ des weitgehend fehlenden Schienenverkehrs in Düsseldorf waren schier endlose Staus. Die Automassen brachten leider auch die Bahnen auf den wieder in Betrieb genommenen Abschnitten vollkommen aus dem Takt (Grafenberger Allee, 11. Juni).
Orkan

(ve)

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