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Arbeitsgemeinschaft historischer Nahverkehr Düsseldorf e. V.

News

27. April 2014 – Ein Großraumtriebwagen auf der Rückreise

2111
Der Tw 2111 stand in der Straßenbahnsammlung Heinz Johann im vorderen Grundstücksbereich unter Bäumen. An der sichtbaren türlosen Seite haben während der Aufstellung in Hückeswagen Erhaltungsmaßnahmen am Wagenkasten stattgefunden, insbesondere wurde die Schürze erneuert.

Im Jahr 1988 endete der reguläre Einsatz der vierachsigen Düwag-Großraumwagen bei der Rheinbahn. Der Innenstadttunnel zwischen Hauptbahnhof und Heinrich-Heine-Allee wurde damals in zwei Etappen in Betrieb genommen, so dass mit der Eröffnung von mehreren neuen Stadtbahnlinien die damals ältesten Straßenbahnfahrzeuge auf das Abstellgleis rollten. Zuletzt waren noch 18 vierachsige Triebwagen aus der Wirtschaftswunderzeit vorhanden (Reihe 2101 – 2118).

In Düsseldorf betriebsfähig erhalten geblieben ist hiervon der Wagen 114 (ex 2109, ursprünglich Wagen 2014, Bj. 1954), der als historischer Triebwagen mit der dunkelgrünen Lackierung des allerersten Großraumwagens weiter bei der Rheinbahn im Einsatz steht. Zu besonderen Anlässen oder als Partybahn ist der Wagen bis heute häufig in Düsseldorf und den Nachbarstädten unterwegs und präsentiert das erste moderne Drehgestellfahrzeug der Nachkriegszeit. Die meisten anderen Großraumtriebwagen wurden nach ihrer Ausmusterung verschrottet. Nur einzelne Wagen – außer dem historischen Sambawagen 114 ex 2014 – konnten noch eine zweite Karriere beginnen: Als Kunstbahn, auf einem Abenteuerspielplatz, im Innenhof eines Hotels oder als Versuchsträger für neue Niederflurfahrwerke (und später im Biergarten einer Ruhrgebietskneipe).

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Blick auf den bisherigen Standplatz des Rheinbahn-Großraumwagens 2111 in Hückeswagen. Im Vordergrund die „Gleisbrücke“ auf den Transportwagen und davor der Straßenroller.
Der Tw 2111 ist vom Grundstück auf den Transportwagen gerollt und fertig verzurrt. Das Bild zeigt, wie eng die Platzverhältnisse bei der Aufladung waren.
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Der Triebwagen 2111 gelangte in das „Bergische Straßenbahnmuseum“ nach Hückeswagen. Elektroingenieur Heinz Johann, Gründungsmitglied und Ehrenvorsitzender der „Bergischen Museumsbahnen“ in Wuppertal-Kohlfurth, hatte auf seinem privaten Grundstück seit den 1960er Jahren eine meterspurige Fahrzeugsammlung zusammengestellt und hierfür auch Gleise und Oberleitungen verlegt – eine Gartenbahn in Originalgröße. Der Rheinbahnwagen 2111 wechselte 1988 in die private Sammlung ins Oberbergische und wurde auf einem kurzen dreischienigen Gleisstück an der Vorderseite des Johann-Grundstücks gut sichtbar aufgestellt. Angedacht war auch ein Pendelverkehr mit dem Wagen auf einem Teilstück der stillgelegten Eisenbahnstrecke Bergisch-Born – Marienheide, die direkt unterhalb des Grundstücks vorbeiführte, später jedoch in einen Radweg umgewandelt wurde.

Im Januar 2013 verstarb Heinz Johann und sein privates Straßenbahnmuseum in Hückeswagen benötigte eine neue Perspektive. Ein Teil der meterspurigen Sammlung fand eine neue Heimat im Kohlfurther Betriebshof der Bergischen Museumsbahnen, während der Großraumwagen 2111 jetzt die Rückreise nach Düsseldorf antrat. Die Rheinbahn nahm das Fahrzeug in ihren historischen Fuhrpark auf, um wichtige Ersatzteile für den oben beschriebenen baugleichen Oldtimertriebwagen 114 (ex 2014) zu sichern. Eine Rückversetzung in einen fahrfähigen Triebwagen ist nicht vorgesehen.

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Am späten Nachmittag ist der Schwertransport abfahrbereit und wartet auf den Abend, damit die Rückreise nach Düsseldorf unter Polizeibegleitung beginnen kann. Auf der Türseite konnte Heinz Johann die Überarbeitung des Wagenkastens nicht mehr abschließen. Ein Teil der Schürze fehlt deshalb.

Am 26. April erfolgte in Hückeswagen die Verladung des Triebwagens 2111 auf den Spezialtransporter eines Siegburger Schwerlastspediteurs. Das war eine recht knifflige Angelegenheit und erforderte eine genaue Vorbereitung, denn der Schwertransporter musste genau in die Grundstückseinfahrt „eingepasst“ werden und es war eine kurze Schienenbrücke zwischen dem Aufstellgleis und dem LKW erforderlich. Die Verladung verlief dank guter Planung reibungslos, nach nur rund zwei Stunden war der Tw 2111 für seine Rückreise auf dem Rollwagen fertig verzurrt. Die Rückfahrt nach Düsseldorf erfolgte in der Nacht und wegen des hohen Gesamtgewichts auch nicht auf dem direkten Weg. Sofort nach der Ankunft im Btf. Heerdt fand die Abladung statt.

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In der Nacht ist der Wagen wohlbehalten in Düsseldorf angekommen. Fast genau 24 Stunden nach der Verladung in Hückeswagen zeigt er sich nach einer ersten Außenreinigung „aufgefrischt“ vor der Betriebswerkstatt im Btf. Heerdt. Die Dachaufbauten sind nicht mehr vorhanden.

Die „Linie D“ hat die Rückholung des Triebwagens 2111 zur Rheinbahn tatkräftig begleitet. Der Verein half bei der Bergung des Wagens und bereitete ihn für den LKW-Transport vor, bewerkstelligte die Abladung in der Nacht und sorgte am Tage für eine äußerliche Reinigung. Auch zukünftig wird sich die „Linie D“ um den Wagen kümmern und zum Beispiel bei der Teilegewinnung mitwirken.

(ve)

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