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Arbeitsgemeinschaft historischer Nahverkehr Düsseldorf e. V.

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10. Mai 2015 - Rund um die "Zentrale"

Oberkassel
Wie schon im November 2013 beim Bau der Hochbahnsteige an den Stationen Heerdter Sandberg und Lohweg ist auch bei den Bauarbeiten am Rheinbahnhaus wieder der schienengängige Kran-LKW 950 der Kölner Verkehrsbetriebe im Einsatz. Mit ihm wurden die Fertigteile für die Bahnsteige zum Einbauort gefahren und dort millimetergenau ausgerichtet.

An diesem Wochenende werden an der Haltestelle Rheinbahnhaus zwei neue Seitenhochbahnsteige für die Linien U74, U76 und U77 errichtet. Der durchgehende Stadtbahnbetrieb auf der Rheinbahn-Gründungsstrecke nach Krefeld ist deshalb seit Freitagabend bis Montagfrüh zwischen Belsenplatz und Lörick unterbrochen und wird durch Busse ersetzt. Ab Lörick fahren die Stadtbahnen im Inselbetrieb weiter nach Krefeld.

 Die aus Richtung Innenstadt kommenden Stadtbahnzüge der Linien U74, U76 und U77 wenden in der Schleife vor dem Rheinbahnhaus, die planmäßig ansonsten nur noch in Wochenendnächten und an Sonntagvormittagen von Einzelkursen angefahren wird. Die Baustellensperrung sorgt nun wieder einmal für einen regelmäßigen Betrieb in der Schleife unmittelbar vor der Rheinbahnverwaltung, die sich – aus Nahverkehrssicht – auf traditionsreichem Gelände befindet.

Oberkassel
Blick auf die Rohbauten der neuen Hochbahnsteige am Rheinbahnhaus. Die Gebäude rechts stammen vom ehemaligen Kraftwerk der Rheinbahn, das Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Ende der 1920er Jahre wurden die Anlagen an die Stadt Düsseldorf verkauft, heute befinden sich hier Wohnungen und Ateliers.

Gelegenheit für eine Rückschau und einen Ausblick: Nach Gründung der Rheinbahn 1896 wurde die Unternehmenszentrale in Oberkassel angelegt. Auf dem Gelände rund um das heutige Rheinbahnhaus befand sich damals die „Zentrale“ mit Kraftwerk, Verwaltung und Betriebshof. Das Unternehmen hat aber auch darüber hinaus den gesamten linksrheinischen Bereich entwickelt und geprägt: Mit der ersten festen Oberkasseler Rheinbrücke und der Schnellbahn von Düsseldorf nach Krefeld (jeweils 1898 eröffnet) wurden die linksrheinischen Stadtteile erschlossen. Das Rheinbahn-Kraftwerk brachte elektrische Energie, die bis heute gültigen Straßenzüge wurden gezogen und Industriebetriebe und Wohnviertel entstanden. Bis heute erinnern etliche Zeitzeugen insbesondere entlang der Hansaallee an die linksrheinische Herkunft der Rheinbahn.

Für die Gründungsväter der Rheinbahn war diese Stadtentwicklung auch Unternehmenszweck, denn die Erschließung bedeutete Wertsteigerungen bei den zuvor erworbenen linksrheinischen Grundstücken. Dieser Effekt wiederholt sich jetzt rund 120 Jahre nach Gründung der Rheinbahn in ähnlicher Form und in kleinerem Maßstab: Durch den Verkauf des traditionsreichen Grundstücks der früheren „Zentrale“, auf dem seit 1973 das heutige Rheinbahnhaus steht, wird der Neubau des neuen Verwaltungsgebäudes auf dem Gelände des Btf. Lierenfeld finanziert. Die Bauarbeiten für die neue „Zentrale“ haben im April begonnen, Ende nächsten Jahres ist die Fertigstellung geplant und Anfang 2017 soll der Umzug der Verwaltung von Oberkassel nach Lierenfeld erfolgen. Zu einem späteren Zeitpunkt soll hier auch die Betriebsleitstelle einziehen.

Oberkassel
Während der Bauarbeiten endeten die Stadtbahnlinien U74, U76 und U77 an diesem Wochenende in der Schleife Rheinbahnhaus vor der gleichnamigen Rheinbahn-Verwaltung. Die Tage des fünfgeschossigen Waschbetonbaus sind gezählt, für 2017 ist der Umzug auf das Gelände des Btf. Lierenfeld geplant. An dieser Stelle befand sich der erste Rheinbahn-Betriebshof, der Ende der 1920er Jahre durch den bis heute vorhandenen Standort am Handweiser ersetzt wurde.

Das Umfeld des heutigen Rheinbahnhauses hat sich in den letzten Jahren bereits stark verändert. Es ist anspruchsvolle Wohnbebauung entstanden („Belsenpark“), die bis unmittelbar an die Gleisschleife und die Unternehmensverwaltung heranreicht. Die früher zweigleisige Schleife, die auch über mehrere Abstellgleise verfügte, ist gleichzeitig auf ein einzelnes Wendegleis reduziert worden. Die Schleife soll aber auch nach dem Abriss des heutigen Rheinbahnhauses erhalten bleiben, wobei eine Überbauung der Schleife im Gespräch ist.

Oberkassel
Entlang der Rheinbahngründungsstrecke nach Krefeld sind zahlreiche Relikte aus früheren Zeiten zu finden. An vielen Haltestellen sind noch die ehemaligen Stationsgebäude vorhanden, so auch in Lörick. Das alte Stellwerk liegt in der Mitte der Wendeschleife und ist seit Jahrzehnten (mit wechselndem Erfolg) eine Gaststätte. Der Name „Schleife 17“ erinnert an die einst hier endende Straßenbahnlinie. Im Bild ein Stadtbahnzug der Linie U76 in Richtung Krefeld, der auf den Ersatzbus vom Belsenplatz wartet.

(ve)

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