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Arbeitsgemeinschaft historischer Nahverkehr Düsseldorf e. V.

News

20. Februar 2016 – Wehrhahnlinie eröffnet, Abschied von der Altstadtstrecke

Wehrhahnlinie Eröffnung
Die feierliche Eröffnung der Wehrhahnlinie in der neuen unteren Ebene des U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee fand reichlich Beachtung. Der Zug 3346 + 3317 (mit entsprechender Beklebung für die neuen U-Bahnhöfe und das neue Liniennetz) ist mit einem Transparent verhüllt und der „offizielle Eröffnungszug“ für Ehrengäste. Der Zugzielanzeiger begrüßt das neue Liniennetz („Willkommen im neuen Netz“).

Am Mittag wird der Wehrhahntunnel eröffnet, am Abend werden die an der Oberfläche parallel verlaufenden Straßenbahnstrecken in der Innenstadt stillgelegt: Ein Tag mit umwälzenden Veränderungen für den Düsseldorfer Nahverkehr!

Nach den offiziellen Festreden in der unteren Ebene des U-Bf. Heinrich-Heine-Allee beginnt pünktlich um 12:30 Uhr der Fahrbetrieb entlang der neuen 3,4 Kilometer langen Tunnelstrecke. Zwischen den Bahnhöfen Kirchplatz und Pempelforter Straße pendeln bis zu sieben NF8 U-Doppelzüge für die Besucher im 3-Minuten-Takt. Bis zum späten Abend fahren die Züge die sechs neuen unterirdischen Stationen an.

Wehrhahnlinie Eröffnung
Entlang der neuen Tunnelstrecke erfolgen bis zum späten Abend Schnupperfahrten in dichtem Takt. Der Zug 3344 („U-Bf. Graf-Adolf-Platz“) + 3352 sind am Kirchplatz angekommen.

Oberirdisch heißt es dagegen Abschied nehmen. Letztmalig verkehren heute die Linien 703, 712, 713, 715 und 719 und oberhalb der neuen Tunnelstrecke werden die Gleise über Wehrhahn, Schadowstraße, Jan-Wellem-Platz, Heinrich-Heine-Allee / Altstadt, Graf-Adolf-Platz und Kirchplatz bis zur Schleife Kirchfeldstraße zum letzten Mal befahren (der weitere Abschnitt bis zum Bilker Bahnhof war bereits vor einer Woche stillgelegt worden).

Rheinbahn und „Linie D“ setzen zum Abschied eine historische Linie über die zur Stilllegung anstehenden Streckenabschnitte ein: Acht Züge der Baujahre 1920 bis 1969 fahren im 15-Minuten-Takt zwischen Gerresheim Mitte und Kirchfeldstraße, zwei weitere Wagen fahren zusätzlich einige Extrarunden, so dass insgesamt zehn Oldtimer auf Strecke sind. Das Interesse an diesen Fahrten ist genauso groß wie an der neuen Tunnellinie, so dass die historischen Wagen regelmäßig vollbesetzt sind. Und mancher Fahrgast hat noch nicht genug, als die Oldies ab 17:00 Uhr wieder einrücken.

Wehrhahnlinie Eröffnung
An der Oberfläche nehmen die Düsseldorfer gleichzeitig Abschied von der Straßenbahn über Wehrhahn, Schadowstraße, durch die Altstadt und in der südlichen Innenstadt. Sechsachser 2501 mit Beiwagen 1689 überqueren den Jan-Wellem-Platz (bzw. das, was davon übrig geblieben ist). Genau an der Stelle, an der sich die Zugspitze befindet, werden in der Nacht die Gleise unterbrochen und – querend – die neuen Nord-Süd-Gleise für die Linien 701, 705 und 706 verlegt.

Richtig „ernst“ wird es dann am Abend gegen 21:00 Uhr. Am Jan-Wellem-Platz laufen sich zu diesem Zeitpunkt die Baumschienen warm, denn in der Nacht wird eine wichtige Lücke im Straßenbahnnetz geschlossen, die gleichzeitig zur Unterbrechung der bisherigen Gleise in die Altstadt führt: Nach drei Jahren wird die Nord-Süd-Verbindung zwischen Kaiserstraße / Hofgarten – Schadowstraße U-Bf. (bisher Jan-Wellem-Platz) – Steinstraße U-Bf. – Berliner Allee wieder zweigleisig für beide Fahrtrichtungen hergerichtet. Nach dem Passieren der letzten Bahnen beginnt der Umbau mit dem Abbruch der alten Gleise und dem Kappen der Oberleitungen. Die bisher über den Jan-Wellem-Platz und durch die Altstadt verkehrenden Linien werden für den Rest des Tages verkürzt oder umgeleitet.

Die allerletzten Bahnen durch die Altstadt sind die historischen Wagen 2498 und 2432. In der Hunsrückenstraße halten beide Triebwagen noch einmal für einige Abschiedsfotos an, kurz darauf fahren beide Wagen noch einmal zur Schleife Kirchfeldstraße und rücken dann über Graf-Adolf-Platz ein. Unmittelbar danach werden die Weichen in die nicht mehr befahrenen Abschnitte verkeilt und der Fahrstrom abgeschaltet, noch in der Nacht werden die ersten Fahrleitungen abgebaut. Von den Innenstadtgleisen erhalten bleibt lediglich die Schleifenfahrt am Graf-Adolf-Platz um das „GAP 15“.

Wehrhahnlinie Eröffnung
Nächtlicher Abschied von der Straßenbahn in der Altstadt, Haltestelle Heinrich-Heine-Allee in der Hunsrückenstraße. Tw 2432 mit Schriftzug „1876 – 2016. Letzte Fahrt durch die Altstadt, 20.02.2016“.
Und im Anschluss noch ein Stelldichein in der Schleife Kirchfeldstraße mit den Wagen 2498 und 2432, kurz bevor auch diese Gleise stillgelegt werden.
Wehrhahnlinie Eröffnung

Die stillgelegten Streckenabschnitte haben zum Teil eine sehr lange Tradition: Vor etwas mehr als 140 Jahren fuhren die ersten Pferdebahnen durch Düsseldorf und bedienten damals schon die Schadowstraße. Startpunkt der ersten beiden Linien war ab 6. Februar 1876 der Burgplatz, und auch wenn in der Altstadt zuletzt keine der ursprünglichen Trassen mehr mit Gleisen versehen war, so bedeuten die Stilllegungen am heutigen Abend dennoch das Ende einer 140jährigen Entwicklung.

(ve)

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