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Arbeitsgemeinschaft historischer Nahverkehr Düsseldorf e. V.

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10. April - Rheinbahn verlässt Oberkassel, 385 Mitarbeiter ziehen um

Stadtrundfahrten

Das neue Rheinbahnhaus Lierenfelder Straße 42. Am 9. April sind die Parkplätze vor dem Hauptgebäude noch verwaist. Das wird sich schnell ändern. (Fotos: bm)

1896 wurde die Rheinische Bahngesellschaft im linksrheinischen Stadtteil Oberkassel gegründet und nahm dort ihren Betrieb auf. In diesen Tagen verlässt die Hauptverwaltung diesen traditionsreichen Standort und zieht mit 385 Mitarbeitern in einen Neubau im Gewerbegebiet Lierenfeld, in unmittelbare Nachbarschaft zum dortigen Betriebshof. Durch die Nähe zur "Produktion" verspricht sich die Rheinbahn u. a. deutliche Synergie-Effekte in den Bereichen Betrieb, Technik und Verwaltung. Nun ist es soweit und die "Koffer" sind gepackt: Bis Ende April sind die Arbeitsplätze und die umfangreiche technische Infrastruktur an den neuen Stadtort verlegt.

In einem zweiten Schritt wird auch die Leitstelle von ihrem derzeitigen beengten und nicht mehr erweiterungsfähigen Standort an der Heinrich-Heine-Allee in moderne Räume nach Lierenfeld verlegt werden.

Das neue Domizil entstand auf dem firmeneigenen Parkplatz des Betriebshofs in Lierenfeld und ersetzt den Bau an der Hansaallee in Oberkassel, der - mit einer Erweiterung von 1982 - aus dem Jahr 1973 stammt.

Der Bau wurde von agn - architekten ingenieure generalplaner aus Düsseldorf konzipiert. Die vier Flügel des Gebäudes mit nach Süden und Norden öffnenden Höfen werden durch einen Mittelsteg verbunden, sodass aus der Vogelperspektive ein „H“ zu erkennen ist. Das neue Gebäude hat sechs Geschosse und bietet Platz für 385 Arbeitsplätze. Die Kosten für das Gesamtprojekt, einschließlich des Umzugs der Leitstelle, werden bei rund 35 Millionen Euro liegen, die sich durch den Verkauf von drei Grundstücken an der Hansaallee finanzieren. Dazu gehört das eigentliche Rheinbahnhaus, die Flächen der Parkplätze und das Innere der Straßenbahn-Wendeschleife "Rheinbahnhaus".

Ziemlich genau auf den Tag erfolgte vor zwei Jahren die Vergabe des Bauauftrags für das neue Rheinbahnhaus in Düsseldorf-Lierenfeld. Der schlüsselfertige Komplex des neuen Verwaltungsgebäudes erfolgte durch die Firma Köster aus Mülheim. Damit ist die Firma genau im geplanten Zeitrahmen geblieben, der für den Bau und den Bezug der neuen Verwaltung vorgesehen war.

 

Gut 40 Jahre her ist es her, dass die Rheinbahn zuletzt ihren Firmensitz verlegt hat. Damals zog sie vom Ludwig-Loewe-Haus am Hauptbahnhof in die neue Zentrale in Oberkassel. Dieser Standort war nach einem zwischenzeitlichen Firmensitz am Wehrhahn bereits der dritte. Es ging damit zurück zu den Ursprüngen:

Die Anfänge an der Hansallee 1

1898 errichtete die Rheinische Bahngesellschaft das erste Verwaltungsgebäude des damals noch jungen Unternehmens im Linksrheinischen.

Der erste Firmensitz an der Hansaalle in Oberkassel mit den Verwaltungsgebäuden, der Wagenhalle, dem Güterbahnhof und der Kraftwerksanlage. Rechts ist gut die Hansaallee zu erkennen. (Foto: Rheinbahn-Archiv)

Im Stadtzentrum

1921 konnte die Rheinische Bahngesellschaft nach einem Umbau das ehemalige Kaufhaus Hartog, Am Wehrhahn 34-36 (gegenüber Cantadorstraße), beziehen. Nach einigen kleineren Verwaltungsstellen am Ratinger Tor ("Villa New York") und in der Jacobigasse, die im heutigen Malkasten-Park lag, wurde mit der Verpachtung der städtischen Düsseldorfer Straßenbahn an die Rheinische Bahngesellschaft ein neuer größerer Verwaltungssitz erforderlich.

Rheinbahn-Verwaltung Am Wehrhahn 34-36 von 1921 bis 1939. (Foto: Rheinbahn-Archiv)

Die Heimat der Rheinbahn-Löwen

Zentral am Hauptbahnhof lag der dritte Firmensitz: Der Berliner Unternehmer Ludwig Loewe besaß am Wilhelmplatz 3 (heute: Konrad-Adenauer-Platz) eine Filiale für Westdeutschland. Vier steinerne Löwen prägten die Architektur dieses repräsentativen Baus. Der jüdische Firmenbesitzer wurde von den Nationalsozialisten aus dem Unternehmen gedrängt, so dass die Rheinische Bahngesellschaft dieses Verwaltungsgebäude erwerben und für das inzwischen zu eng gewordene Gebäude Am Wehrhahn 1939 beziehen konnte.

Die steinernen Löwen wurden vom Gebäude entfernt und erst nach Kriegsende in einer Bauschuttdeponie in Heerdt zufällig wiederentdeckt. Drei Exemplare erinnern heute im Betriebshof Heerdt und vor der Hauptverwaltung Oberkassel an Ludwig Loewe.

Das Ludwig-Loewe-Haus wurde im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört. (Foto: Rheinbahn-Archiv)

Zurück nach Oberkassel

Im Dezember 1970 konnte die bisherige Verwaltung auf dem "Gründungsgrundstück" in Oberkassel bezogen werden. Freilich zeigte sich das Gelände stark verändert: Das Kraftwerk existierte nicht mehr, die Wagenhallen waren durch den Betriebshof in Heerdt ersetzt worden und auch die umfangreichen Güteranlagen waren nicht mehr erforderlich. Der schmucklose Zweckbau wurde 1982 nochmals erweitert.

Schleife "Rheinbahnhaus": Die Wendeschleife bleibt auch nach dem Auszug der Rheinbahn aus dem Verwaltungsgebäude bestehen. Das Innere der Wendeanlage wird bebaut. (Foto: Rheinbahn-Archiv).

(Text: hm)

Aktuell

25. Juli

Mit den Wagen 8903 bis 8905 verfügt die Rheinbahn über drei Mehrzweckbusse des Typs O 530 MÜ von Mercedes-Benz. Die 13 Meter langen Busse wurden im Jahr 2004 in Dienst gestellt und werden zurzeit vom Betriebshof Tiefenbroich auf den Linien des nördlichen Kreises Mettmann eingesetzt. Mit der bevorstehenden Auslieferung von neuen Solobussen steht dieses Trio kurz vor seiner Ausmusterung. Aus diesem Grund bietet die „Linie D“ am 20. August eine Abschiedsfahrt mit dem Wagen 8903 durch das derzeitige Einsatzgebiet der Wagen an.

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"Linie D" setzt sich für die Erhaltung des historischen Betriebshofs Am Steinberg als Mobilitätszentrum und als Standort für die historischen Düsseldorfer Bahnen ein.

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