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Arbeitsgemeinschaft historischer Nahverkehr Düsseldorf e. V.

News

15. Dezember 2018 – Sonnenschein am Blauen See

H-Schilder Hilden
Nikolaus Tesche, Leonie und Oliver Schmidt kassieren bei frostigen Temperaturen im offenen Unterstand des Bauhofes.

Es war nicht einfach, den Sonnenschein zu finden, schon gar nicht an einem so trüben und frostig kalten Dezember-Samstag vor dem 3. Advent, der viel eher zu heißem Punsch oder Glühwein und Spekulatius einlud als zu einem Streifzug über das Gelände des Ratinger Bauhofs in Tiefenbroich.

Auch die freiwilligen Helfer der „Linie D“ mussten sich die Pudelmütze aufsetzen und den Schal fest binden, damit sie bei den eisigen Temperaturen nicht festfroren, da der Verkaufsstand mehr im Freien als in einem geschützten Raum aufgestellt worden war.

Willy Budde hilft beim Transport der rund 20 kg schweren Tafeln. Die Strecke vom Aufstellungsort zum Einladeplatz ist doch immerhin mehrere 100 Meter lang.

Die recht wenig einladende Kulisse war von den Mitarbeitern des Bauhofs mit Sorgfalt hergerichtet und mit den rund 300 Haltestellentafeln dekoriert worden, welche die Rheinbahn in den letzten Monaten im Tausch gegen die neue Generation von Haltestellenschildern hier gelagert hatte. Von 12:30 Uhr bis 14:30 Uhr standen sie für 20 EUR das Stück zum Verkauf, jedes rund 20 kg schwer.

Gabi Hellwich hat den "Sonnenschein" entdeckt.

Den „Sonnenschein“ entdeckte Gabi Hellwich zwischen den akkurat ausgerichteten Reihen der Abfallcontainer, halb verdeckt von „Am Gierath“ und dem „Fohlenweg“. Nicht die Beziehung zur Linie 751 habe sie diese Wahl treffen lassen, sondern der hübsche Name, erklärt sie. Wer aber wirklich eine Geschichte zu seinem Wunschschild zu erzählen habe, sei ihr Vater. Der blickt auf die „Balcke-Dürr-Allee“, die er bereits in seinen Händen hält. 1955, sagt er bereitwillig, habe er bei einem der größten Arbeitgeber Ratingens angefangen: „Die Dürr AG ist das damals noch gewesen, als ich die Lehre da angefangen habe. Erst 1972 kam dann Balcke dazu.“ Sein ganzes Berufsleben hat Peter Barwig in dieser Firma verbracht, die nun auch wieder schon Geschichte ist, gut 42 Jahre. Lediglich der Straßenname erinnert noch an das ehemalige Traditionsunternehmen. Als ein besonderes Stück Stadt- und Rheinbahngeschichte wird das Haltestellenschild einen Ehrenplatz in seinem Garten bekommen, sagt er sichtlich bewegt.

Peter Barwig hat ein Andenken an seinen früheren Arbeitgeber gefunden.

Und da aller guten Dinge bekanntlich Drei sind, findet auch das Schild von Enkelin Leonie noch Platz auf dem Autodach, wo alles sorgfältig verschnürt wird. Der „Blauer See“ muss noch mit, was natürlich auf den vielen schönen Erinnerungen beruht, die die Familie im idyllischen und waldreichen Landschaftsschutzgebiet des ehemaligen Kalksteinbruchs gesammelt hat, viel mehr noch aber auf der erklärten Liebe der Abiturientin zu alten Blechschildern. Eine kleine Sammlung hat sie schon. Das ungewöhnlichste Schild stammt von einem Aufenthalt in den Vereinigten Staaten. Jetzt kommt noch die Rheinbahn-Haltestelle in ihr Zimmer.

So oder so ähnliche Geschichten dürften noch viele andere Ratinger, Lintorfer, Breitscheider, Eggerscheider, Höseler und Homberger zu erzählen haben, die heute fündig geworden sind. Sie haben sich damit einen Wunsch erfüllt oder werden anderen eine Freude damit machen. Ganz bestimmt aber haben sie ihr Geld einem guten Zweck gespendet. Welcher Institution der Verkaufserlös zugute kommen wird, konnte Bürgermeister Klaus Pesch bei seinem Besuch auf dem Bauhof noch nicht sagen. Es ist aber anzunehmen, dass die Entscheidung darüber in den nächsten Tagen getroffen werden wird.

(bm)

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13. Mai 2020

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