Verein

Technik erfahren - Geschichte erleben! Einsteigen, bitte!

Unter dieser Überschrift widmen sich die Mitglieder des Vereins „Linie D“, der Ende 1992 gegründet wurde, der Geschichte des öffentlichen Nahverkehrs der Stadt Düsseldorf und der Region. Der Verein ist seit jeher als gemeinnützig anerkannt.

Alle Düsseldorfer und selbstverständlich auch andere Interessierte sind herzlich einladen, mehr über die städtische Mobilität zu erfahren. U. a. wird dieses seit 2013 möglich im Rheinbahn-Straßenbahnzug NF8 U 3375, dessen Gestaltung von Vereinsmitgliedern entworfen wurde und der für den Verein im täglichen Betrieb wirbt. Wir geben im Wagen Einblicke in eine Reihe von spannenden Themen rund um den Nahverkehr. So ist die tägliche Straßenbahnfahrt für viele Fahrgäste zusätzlich eine unerwartete Information und Unterhaltung.

Foto: Brigitte Männel
Linie D-NF8 U 3375 im Einsatz auf der Linie 712 (Düsseldorf Volmerswerth – Ratingen) am 5. März 2013 an der Haltestelle Volmerswerther Straße.

Öffentlicher Nahverkehr ist ein vielfältig besetztes Thema, das im wahrsten Sinne des Wortes „Spuren“ hinterlässt: Spuren im Bild einer Stadt, einer Region.

Diese Spuren sind in erster Linie die Gleise der Rheinbahn, über die fast jeder Bürger der Stadt von seiner Wohnung zu seinem Arbeitsplatz oder in die Schule gefahren ist oder fährt. Das linksrheinische Oberkassel - eines der attraktivsten Wohngebiete Düsseldorfs - ist zudem ein ganzer Stadtteil, der ohne die Rheinische Bahngesellschaft ganz anders aussehen würde. Darüber hinaus existierte in der Stadt eine Fahrzeugindustrie, die Wesentliches zur Entwicklung der modernen Straßenbahn in Europa beigetragen hat.

Diese Spuren sind für jeden anders - und emotional besetzt – und das erstaunlich positiv. Die Verspätungen und überfüllten Bahnen sind bald vergessen, der Spaß mit den Schulkameraden bleibt aber im Gedächtnis und der strenge Schaffner, der das Abfahrsignal mit der Glocke gab, genießt im Nachhinein viel Sympathie. Nahezu jeder hat seine ganz privaten Erlebnisse mit Bahnen und Bussen. Wer als Vereinsmitglied regelmäßig auf den historischen Sonderfahrten als Fahrer, Zugbegleiter oder Stadtführer dabei ist, hört solche Geschichten immer wieder und blickt dabei fast immer in glückliche Gesichter.

Vor inzwischen mehr als 25 Jahren haben sich einige Gleichgesinnte in Düsseldorf aus dem Umfeld der Rheinbahn zusammengefunden, denen es nicht mehr ausreichte, solche schönen Momente selbst zu erleben, sondern etwas zu schaffen, damit diese auch von anderen bewusst erlebt werden können.

Das Ergebnis ist der Verein „Linie D – Arbeitsgemeinschaft historischer Nahverkehr Düsseldorf e. V.“, meist nur kurz „Linie D“ genannt. Heute unterstützen den Verein rund 180 Mitglieder.

Der Name des Vereins weist einerseits auf das bekannte „D“ im Autokennzeichen der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt hin, aber er zitiert andererseits auch die historische Linienbezeichnung der Fernlinie „D“, die Düsseldorf seit 1900 mit der nördlichen Nachbarstadt Duisburg verbindet (heute U79).

Von Anfang an gab es die Idee, in und für Düsseldorf einen Ort zu schaffen, an dem die Bedeutung des öffentlichen Nahverkehrs für die Lebensqualität der Bürger und die Entwicklung ihrer Stadt dokumentiert wird. Die historischen Fahrzeuge der Rheinbahn, die wie in keinem anderen deutschen Verkehrsbetrieb so vollständig und vor allem betriebsfähig erhalten sind, können in einem passenden Kontext präsentiert werden.

Derzeit konzentrieren sich die Bestrebungen des Vereins auf den Betriebshof „Am Steinberg“ im Stadtteil Bilk, da dieser in idealer Weise alles mitbringt, was hierfür erforderlich ist - insbesondere die Möglichkeit, mit den Fahrzeugen von dort aus Fahrten für das interessierte Publikum anbieten zu können. Der über 110-jährige Betriebshof, der wegen seiner zur Bauzeit außergewöhnlichen Hallenkonstruktion unter Denkmalschutz steht, ist für den Linienbetrieb der Rheinbahn seit 2012 nicht mehr erforderlich und wartet auf eine neue Nutzung.

Für den Verein ist es unverzichtbar, seine Aktivitäten und Vorstellungen in der Öffentlichkeit zu verbreiten und auf diese Weise um eine breite Unterstützung zu werben. Der schon erwähnte NF8 U leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Weiter informieren wir – nicht nur die Fans - im Internet über Aktuelles vom Düsseldorfer Nahverkehr, ergänzt durch Facebook.

Auch die Vereinszeitschrift <Linie D> hat ihren Platz in der interessierten Öffentlichkeit gefunden. Sie widmet sich halbjährlich einer großen Bandbreite von historischen und aktuellen Themen und veröffentlicht aktuelle Forschungsergebnisse, z. B. die Geschichte der Düsseldorfer Betriebshöfe, die trotz der vorhandenen Literatur noch nie so detailliert dargestellt wurde.

Unsere Mitglieder beschäftigen sich in verschiedenen Arbeitsgruppen mit der rheinischen Nahverkehrsgeschichte:

Für die Düsseldorfer sind sicherlich die Fahrten mit dem historischen Fahrzeugpark der Rheinbahn die sichtbarsten Aktivitäten. Rund vierhundertmal im Jahr sind die Oldtimer in der Stadt unterwegs, zumeist mit Mitgliedern der „Linie D“ als Bord, welche die Bahnen als Fahrer und Zugbegleiter in Bewegung bringen.

Düsseldorfer Stadtverkehr nach dem Zweiten Weltkrieg: vom Verbandswagen (rechts, Baujahr 1950) bis zum Zweirichtungs-Gelenkwagen für die Fernlinie K nach Krefeld (Baujahr 1966)

Die Rheinbahn, Mitarbeiter des Verkehrsbetriebs und engagierte Privatleute haben in den letzten Jahrzehnten mit tatkräftiger Unterstützung des Vereins eine große Anzahl betriebsfähiger Bahnen und Busse erhalten. Vom „Holzwagen“ des Jahres 1921 über die gelben Düwag-Gelenkwagen der 1960er Jahre bis zum Stadtbahnwagen GT8SU, dem jüngsten Zuwachs der Sammlung, kann so die Verkehrsgeschichte der Stadt – im Wortsinn - erfahrbar gemacht werden. Gleichzeit sind diese Fahrzeuge ein Beleg für die Entwicklung deutscher Straßenbahntechnik und der Düsseldorfer Industriegeschichte.

Die Modellbaugruppe der „Linie D“ widmet sich dem Bau von Straßenbahn-Modellen nach Düsseldorfer Vorbild im Maßstab H0 und 2m. Die ansehnliche Sammlung ist auf detailliert gestalteten Modellanlagen Anziehungspunkt für Groß und Klein an manchem Tag der offenen Tür.

Natürlich sammeln wir auch alles andere, was irgendeinen Bezug zum Nahverkehr in und um Düsseldorf hat. Die Arbeitsgruppe Archiv/Dokumentation betreut die wohl größte Sammlung zur Düsseldorfer Nahverkehrsgeschichte, angefangen von Fotos, Literatur, historischen Dokumenten, Fahrplänen und Fahrscheinen bis hin zu Uniformteilen und anderen Zeugnissen der 125-jährigen Rheinbahngeschichte.

Arbeit, Arbeit, Arbeit …? Ja, ohne diese geht es nun einmal nicht.

Aber auch der gemeinsame Spaß an diesem Engagement kommt nicht zu kurz. So geht der Verein auch gelegentlich auf Reisen zu anderen Verkehrsbetrieben, um dort einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Monatliche Treffen, gemeinsame Themenabende und Feste vervollständigen das Vereinsleben.

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Wenn Sie uns mit einer Spende unterstützen wollen, freuen wir uns sehr. Die "Linie D" ist seit ihrer Gründung als gemeinnützig anerkannt. Gerne stellen wir Ihnen eine Spendenquittung aus.

Ihre Spende wird für die Aktivitäten des Vereins genutzt. Es besteht auch die Möglichkeit für den Aufbau und den Betrieb des geplanten Historischen Straßenbahnmuseums "Am Steinberg" zweckgebunden zu spenden. Geben Sie in diesem Fall bitte als Verwendungszweck "Spende - Betriebshof Am Steinberg" an.

Unsere Bankverbindung bei der Stadtsparkasse Düsseldorf:

IBAN: DE53 3005 0110 0061 0051 79
BIC: DUSSDEDDXXX