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Arbeitsgemeinschaft historischer Nahverkehr Düsseldorf e. V.

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Fahrzeugprojekt: DüWag GT8SU-SP Nr. 3101 - Baujahr 1975

Letzte Aktualisierung: 10.12.2022

Triebwagen 3101 beim Institut der Feuerwehr in Münster im Juli 2018
Der Triebwagen 3101 steht auf diesem Bild im Juli 2018 noch am Institut der Feuerwehr bei Münster in Nordrhein-Westfalen. (Foto: jz)

Über diesen Blog

Auf dieser Seite möchten wir Informationen und Einblicke in und über das Aufarbeitungsprojekt "GT8SU Speisewagen 3101", mit Ihnen teilen.

Geschichte

Klicken Sie hier um die ausführlichere Vorgeschichte aufzuklappen.

Wir schreiben das Jahr 1924. Auf einen Vorschlag von Max Schwab, er ist Direktor der Rheinischen Bahngesellschaft, wird in einen der neu zu beschaffenden Beiwagen für die Linie „A“ nach Krefeld ein Speisewagenabteil eingebaut. Ein außergewöhnlicher und mutiger Vorschlag, hatte man damals doch keinerlei Idee, wie die Fahrgäste auf diese Neuerung hin reagieren würden. Doch das Angebot wurde schnell so gut angenommen, dass noch vier weitere Wagen mit Speisewagenabteil hinzugeordert wurden. Damals übernahm der „Breidenbacher Hof“ die Bewirtung der Fahrzeuge.

Der Speisewagenbetrieb auf der Krefelder Strecke florierte bis zum zweiten Weltkrieg, als Kriegsverluste und Rationierung die Aufrechterhaltung des Angebots unmöglich machten. Nach dem zweiten Weltkrieg, im Jahr 1948, wurde nicht nur der Betrieb auf der Krefelder Strecke, inzwischen Linie „K“, wieder aufgenommen, auch auf der Strecke nach Duisburg, der Linie „D“ kamen fortan Speisewagen zum Einsatz.

Der Speisewagenbetrieb der Krefelder Strecke endete 1963 abrupt, als der Pächter aufgrund mangelnder Rentabilität den Betrieb einstellte. Die Wagen verkehrten nun ohne Bewirtung. Die Duisburger Strecke war bis 1989 als Speisewagenstrecke bewirtschaftet, erhielt 1975 sogar nochmals eine Lieferung eigens mit Speisewagenabteil ausgestatteter, hochmoderner Gelenkzüge. Die Rheinbahn wagte im Jahr 1989 einen neuen Anlauf mit dem „RheinbahnBistro“ auf der Krefelder Strecke, nachdem 1988 besonders ausgerüstete Stadtbahnwagen des Typs B80D noch ausgeliefert worden waren.

Schließlich endete der Speisewagenbetrieb der Rheinbahn am 23.12.2014 aus verschiedenen Gründen und wurde seitdem nicht wieder aufgenommen. Wie besonders ein solcher Service an Bord einer Straßenbahn, respektive Stadtbahn, ist zeigte aber der Umstand, dass die Rheinbahn über 65 Jahre europaweit der einzige Betreiber von Speisewagen im Straßenbahnbetrieb war.

Ein besonderes Kapitel dieses Betriebs stellen natürlich auch die Fahrzeuge dar. Beginnend mit der Erstausstattung eines Beiwagens im Jahr 1924 wurden immer wieder besondere Bestellungen speziell ausgestatteter Bei- bzw. Triebwagen ausgelöst. So ist Beispielsweise der im Jahre 1960 für die Linie „D“ ausgelieferte Triebwagen 2498 bis heute erhalten und bewirtschaftet seit 1997 wieder als beliebtestes Fahrzeug und Speisewagen den Oldtimerbetrieb der Rheinbahn.

Im Jahr 1975 lieferte die Düsseldorfer Waggonfabrik („DÜWAG“) noch ein weiteres Mal Speisewagen speziell für die Linie „D“ (heute: U79) aus. Vier Triebwagen des Typs „GT8S“ waren eigens mit Speiseabteil ausgerüstet worden und nahmen zügig ihren Betrieb zwischen Düsseldorf und Duisburg auf. Mehr als einmal schaffte es ein solcher Wagen sogar in einen Schimanski-Tatort. Mit der Einstellung des Speisewagenbetriebs auf der inzwischen „U79“ genannten Linie „D“ wurden die Fahrzeuge mit den Nummern 3101-3104 ihres Speiseabteils beraubt und fortan als gewöhnliche Stadtbahnfahrzeuge im Netz der Rheinbahn eingesetzt. Bereits im Jahr 2000 wurden die nur 25-Jahre alten Fahrzeuge abgestellt. Die fehlende Tür im Mittelteil, dort wo damals das Speiseabteil war, behinderte den Fahrgastfluss im immer emsiger werdenden Düsseldorf zunehmend. Drei Fahrzeuge wurden verschrottet, eines wurde als Übungsobjekt an die damalige Landesfeuerwehrschule in Münster abgegeben. (Heute: Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen, kurz: IdF NRW). Es trägt die Fahrzeugnummer 3101.

Das Jahr 2013

Das erste mal besuchten wir als Verein den Wagen bei der Feuerwehrschule im Juli 2013. Wir waren vom guten Zustand des Fahrzeugs sehr positiv überrascht, denn erwartet hatten wir viel schlimmere Rostbildung und größere Beschädigungen beim aktivem Übungsbetrieb. Es sollte vorerst bei diesem Besuch bleiben, doch die Idee und der Wunsch, den Wagen zurück nach Düsseldorf zu holen und ihm neues Leben einzuhauchen, war geboren.

Sie wissen natürlich Bescheid: Genauere Beschreibungen beim klick auf das Bild!

Triebwagen 3101 beim Institut der Feuerwehr in Münster im Juli 2013.

Triebwagen 3101 beim Institut der Feuerwehr in Münster im Juli 2013.

Das Jahr 2016

im Januar 2016 haben wir 3101 ein weiteres mal besucht, aber keinesfalls zur Abholung. Wir brauchten für unseren GT8SU 3206 eine Heizungsabdeckung, die es nicht als Ersatzteil gab. Als einziges Spenderfahrzeug kam daher Triebwagen 3101 in Frage. Das IdF stimmte der "Organspende" dankenswerterweise zu und somit trug auch 3101 ein kleines Stückchen zur Fertigstellung von 3206 bei.

Das Jahr 2018

Der schlechter werdende Zustand des Wagens forderte langsam aber sicher eine Entscheidung. Wenn das Fahrzeug nach Düsseldorf zurückkommen soll, müsste es bald geschehen. Nur, wie stellt man das denn an?

In einem ersten Gespräch mit dem IdF haben wir Interessenslage vor Ort sondiert. Grundsätzlich erfordert es erstmal ein ein adequates Ersatzfahrzeug. Dem IdF ist es wichtig, dass der Übungsbetrieb ununterbrochen weitergehen kann. An welchem Fahrzeug ist das erstmal nicht so wichtig. Also ging es auf die Suche.
Fündig wurden wir in Hannover, dort wurden gerade in größeren Stückzahlen TW6000 ausgemustert. Die Fahrzeugmaße passen in etwa und die Üstra war einverstanden, ein Fahrzeug zu einem sehr zuvorkommendem Preis abzugeben. Prima!

Am 11.10.2018 waren dann endlich alle Weichen gestellt. Das Tauschfahrzeug war organisiert, es musste nur noch ein Termin gefunden werden.

Das Jahr 2019

Anfang des Jahres war es endlich soweit, nach 18 Jahren im Exil konnte Triebwagen 3101 seine Rückreise nach Düsseldorf antreten. Hier haben wir darüber ausführlich berichtet: zum Artikel

To be continued...

(Text, Fotos, soweit nicht anders benannt: jz)